„Mein Start in Sachsen-Anhalt“: Eine ausländische Fachkraft erzählt von ersten Schritten

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von Anastasiia Romaniuk

Als ich vor einiger Zeit nach Sachsen-Anhalt kam, war für mich vieles neu: die Sprache, der Alltag, die Mentalität und natürlich der deutsche Arbeitsmarkt. Heute weiß ich genau, dass mein Weg kein Einzelfall ist. Immer mehr internationale Fachkräfte entscheiden sich für Deutschland und gerade Regionen wie Sachsen-Anhalt profitieren davon enorm.

Warum ausländische Fachkräfte heute wichtiger sind denn je

Die Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften ist längst kein Randthema mehr, sondern eine zentrale Säule der wirtschaftlichen Entwicklung. Viele Unternehmen könnten ohne internationale Mitarbeitende ihren Betrieb kaum noch aufrecht erhalten.

Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt, wie groß der Beitrag bereits ist. Allein im Jahr 2023 erwirtschafteten ausländische Beschäftigte in den ostdeutschen Bundesländern rund 24,6 Milliarden Euro. Sie sorgten damit nicht nur für Stabilität, sondern auch für echtes Wachstum.

Doch warum setzen so viele Betriebe auf Fachkräfte aus dem Ausland?

  • Neue gesetzliche Rahmenbedingungen: Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz erleichtert den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.
  • Akuter Fachkräftemangel: Schon heute kostet er die Wirtschaft jährlich Milliarden.
  • Demografischer Wandel: Millionen Erwerbstätige gehen in den kommenden Jahren in Rente, was fehlende Nachwuchs beeinflusst.
  • Digitalisierung: Arbeitsmärkte werden globaler, besonders in IT, Technik und Start-ups.
  • Wertewandel: Junge Generationen achten stärker auf Offenheit, Vielfalt und Internationalität.
  • Neue Berufsbilder: Klimaschutz und nachhaltige Wirtschaft brauchen neue Kompetenzen.
  • Globale Herausforderungen: Internationale Teams stärken die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen.

Kurz gesagt sind internationale Fachkräfte nicht nur eine Lösung für Engpässe. Sie sind ein echter Gewinn für Innovation, Unternehmenskultur und Wettbewerbsfähigkeit.

Wenn Unternehmen über Grenzen hinaus denken

Deutschland hat in den letzten Jahren ein wahres Beschäftigungswachstum erlebt. Doch dieser Trend stößt an seine Grenzen und der demografische Wandel macht daraus deutlich, dass der Arbeitsmarkt ohne Zuwanderung schrumpfen wird. Ein Teil von vielen Unternehmen wirbt gezielt Fachkräfte aus dem Ausland an. Andere verlagern sogar Tätigkeiten ins europäische Ausland. Wer jedoch internationale Mitarbeitende erfolgreich integriert, gewinnt nicht nur Personal, sondern auch an Attraktivität als Arbeitgeber.

Meine ersten Schritte in Sachsen-Anhalt

Für mich persönlich begann alles mit dem Studium. Voller Neugier, aber auch mit Respekt vor dem Neuen kam ich nach Sachsen-Anhalt. Schnell merkte ich, dass um wirklich anzukommen, es mehr als nur einen Studienplatz braucht. Es braucht auch Arbeit, Kontakte und das Gefühl, gebraucht zu werden.

Die ersten Schritte waren nicht immer leicht. Doch Online-Jobportale, Beratungsangebote und die Unterstützung engagierter Menschen halfen mir dabei, meinen Weg zu finden. Mein erster Job war mehr als nur eine Einkommensquelle – er war mein Schlüssel zur Integration.

Im Arbeitsalltag lernte ich nicht nur die Sprache besser, sondern auch die Kultur, die kleinen Unterschiede im Umgang, die Bedeutung von Pünktlichkeit, Teamarbeit und gegenseitigem Respekt. Schritt für Schritt wurde aus dem „neuen Ort“ ein Zuhause auf Zeit.

Internationale Fachkräfte als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Die Integration ausländischer Fachkräfte ist längst kein soziales Zusatzthema mehr, sondern ein zentraler Bestandteil der wirtschaftlichen Zukunftssicherung. Gerade in Regionen wie Sachsen-Anhalt, die besonders vom demografischen Wandel betroffen sind, wird deutlich, dass Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sich ohne Zuwanderung nicht aufrechterhalten lassen.

Internationale Fachkräfte schließen nicht nur personelle Lücken, sondern bringen neue Kompetenzen, Perspektiven und internationale Netzwerke mit. Sie tragen zur Stabilisierung von Betrieben bei und sichern langfristig Arbeitsplätze.

Mein eigener Weg zeigt, wie schnell aus Zuwanderung wirtschaftlicher Mehrwert entstehen kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Werden sie gezielt gefördert, entsteht eine Win-win-Situation für Fachkräfte, Unternehmen und die gesamte Region.

Quellenverzeichnis

Hays 2023: Status Quo ausländische Fachkräfte in Deutschland