
von Katharina Kay-Langhoff
Gestern fand die Weiterbildungskonferenz 2025 zum Thema „Geflüchtete Menschen als Chance für Sachsen-Anhalt – Rolle der beruflichen Weiterbildung bei der Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Menschen“ im Volkspark Halle statt. In diesem Jahr lag der Themenschwerpunkt auf dem „Job-Turbo“, genauer gesagt auf der sogenannten Phase 3 „Beschäftigung stabilisieren und ausbauen“.
Anstatt wie gewohnt auf klassische Vorträge und Präsentationen zu setzen, haben wir die Konferenz unter das Motto „Weiterbildung trifft Integration“ mit folgender Frage gestellt: “Wie können wir die Zusammenarbeit und Vernetzung der Akteur:innen in der Beratung ausländischer Fachkräfte verbessern, den Herausforderungen in der beruflichen Weiterentwicklung begegnen und gleichzeitig die Beschäftigung stabilisieren?“
Die Antwort: Indem wir die Berater:innen nicht zu Zuhörenden, sondern zu aktiven Mitgestalter:innen machen. Mit diesem Leitgedanken wollten wir etwas ausprobieren, das es so in dieser Form bei noch nicht gegeben hat.
Raus aus der Komfortzone – rein ins kreative Denken
Von Beginn an war klar: Diese Konferenz würde nicht „klassisch“ verlaufen. Es gab keine langen Fachvorträge, kein passives Zuhören und Mitschreiben. Stattdessen haben wir ein Konzept gewählt, das die Teilnehmenden selbst in die Rolle der Gestalter:innen versetzt.
Mit dynamischen Methoden brachten wir die Teilnehmenden ins Gespräch. Sie identifizierten Chancen und Herausforderungen aus Kund:innenperspektive und entwickelten gezielt Fragen zur Weiterentwicklung der Beratungsprozesse und -strukturen in multiprofessionellen Teams. Diese überführten sie schließlich in (M)Utopien – kreative Szenarien für neue Lösungsansätze.
Das bedeutete auch: Rollenwechsel! Mal wurde die Welt durch die Augen von Pippi Langstrumpf betrachtet („Das habe ich noch nie gemacht, also bin ich mir völlig sicher, dass ich es schaffe“), mal durch die von Albert Einstein („Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“).
Wichtig war dabei nicht nur, kreative „Wunschbilder“ zu entwerfen, sondern diese auch auf konkrete Handlungsmöglichkeiten herunterzubrechen. So konnten aus spielerisch gedachten Ideen greifbare Lösungsansätze entstehen.
Überraschend, inspirierend, wirksam
Natürlich war das für viele ein Sprung ins kalte Wasser – raus aus der gewohnten Konferenz-Atmosphäre, rein in einen spielerisch-kreativen Prozess. Doch genau dadurch entstanden spannende neue Ideen und Lösungsansätze, die in einem klassischen Konferenzsetting vermutlich nie aufgetaucht wären.
Unser Fazit: Wer Beratung wirklich weiterentwickeln will, braucht Mut, neue Wege zu gehen – und ein bisschen Pippi-Langstrumpf-Energie schadet dabei nie.
Über die detaillierten Ergebnisse werden wir hier im Blog in den nächsten Tagen berichten.
