
Neuerungen und Veränderungen bergen in der Regel viele Chancen aber auch Risiken. Bei manchen Innovationen werden die Chancen euphorisch überbewertet und eine kritische Auseinandersetzung bzw. Risikoanalyse findet nicht statt. In anderen Fällen stehen wiederum mehr die Risiken im Fokus. Dies führt zu einer Ablehnung der Neuerungen und es resultieren Widerstände bei deren Einführung.
Beim Einsatz und der Einführung von künstlicher Intelligenz sollten Unternehmen eine ausgewogene Balance bei der Betrachtung möglicher Chancen und der potenziellen Risiken finden.
Betrachten wir dazu zunächst in diesem Beitrag die potenziellen Risiken.
Was sind die größten Risiken beim Einsatz von künstlicher Intelligenz?
Arbeitsplatzverlust
Aus Sicht von Beschäftigten ist der Verlust des eigenen Arbeitsplatzes durch die Automatisierung mittels KI und die Übernahme von Tätigkeiten durch KI ein großes Risiko. Microsoft hat in einer aktuellen Studie 40 Berufe aufgelistet, die von KI bedroht sind. Für Unternehmen bedeutet dies natürlich, dass KI-Einführung auch immer Ängste bei der Belegschaft hervorrufen kann und wird. Diese Ängste führen zu Widerstand und es bedarf einer guten Kommunikationsstrategie, um diese Ängste zu nehmen..
Datenschutz und Sicherheit
KI-Einsatz bedeutet die Verarbeitung enormer Mengen an Daten. Immer dort wo große Datenmengen anfallen, können diese auch missbraucht werden. Deshalb gilt es zu prüfen, inwiefern der Einsatz von künstlicher Intelligenz DSGVO-konform ist.
Künstliche Intelligenz kann ein Einfallstor für Cyberkriminelle sein. Unternehmen und auch Mitarbeitende können zunehmend Opfer von betrügerischen Aktivitäten durch Deep Fakes, Deep Scams oder intelligente Maleware sein. Dies führt z. B. dazu, dass manipulierte Inhalte Nutzende motivieren, sensible Informationen preiszugeben oder sogar Zahlungen auszulösen.
Im Auge sollten Unternehmen auch die Nutzung von KI bei Drittanbietern haben (z. B. SaaS-Lösungen).
Haftungsfragen bei KI-Einsatz
Wer ist bei Schäden durch KI-basierte Geräte oder Dienste in der Haftung? Die ist eine zentrale Frage. Nehmen wir das Beispiel des autonomen Fahrens. Ist bei einem Unfall mit einem selbstfahrenden Fahrzeug der Eigentümer, der Hersteller oder der Programmierer in der Verantwortung? Haftungsfragen sind sehr komplex und Unternehmen sollten sich bei der Nutzung von KI ausreichend mit diesen auseinandersetzen und Schutzmaßnahmen einleiten.
Ethische Fragen und Diskriminierung durch KI-Einsatz
KI-Algorithmen zur Analyse großer Datenmengen können zu unbeabsichtigten Diskriminierungen führen. Dies geschieht immer dann, wenn die KI-Trainingsdaten Vorurteile enthalten. Wird die KI „falsch angelernt“, dann können sich diese Vorurteile sogar verstärken. Besonders kritisch sind Diskriminierungen im Personalbereich, wenn z. B. auf Basis der KI Einstellungsentscheidungen getroffen werden. Dies geschieht z. B. dann, wenn durch den Einsatz von KI Biases entstehen (systematische Verzerrungen oder Voreingenommenheiten). Kurz gesagt – eine Maschine trifft aufgrund fehlerhafter Daten Entscheidungen, die Gruppen oder Einzelpersonen bevorzugen oder benachteiligen.
Unkontrollierte Entwicklung
Der Einsatz und die Weiterentwicklung kann unkontrolliert und unvorhersehbar verlaufen. KI-Systeme können außer Kontrolle geraten und dann unvorhergesehene Schäden anrichten und dies nicht nur „in der Matrix“.
TIPP: Setzen Sie sich mit diesen und weiteren KI-Risiken frühzeitig auseinander, um einerseits die Chancen von KI zu ergreifen, aber andererseits nicht zu „blauäugig“ an das Thema heranzugehen.
